Eine Naturgefahr ist ein Naturereignis, das abläuft, jedoch keine Einwirkungen auf das menschliche Leben oder Hab und Gut hat. Ein Naturereignis, das der Mensch als gefährlich für sich selbst und für seine Aktivitäten einschätzt, wird als Risiko betrachtet. Je stärker eine Gesellschaft eine sich ändernde, unvorhersehbare und daher potentiell gefährliche Umwelt besiedelt, umso mehr setzt sie sich Risiken aus.
Mit der beschleunigten Entwicklung unserer Gesellschaften seit dem 19. Jahrhundert, hat der Begriff des Risikos nicht nur an Bedeutung gewonnen, sondern ist sogar zentral geworden. Das Risiko wird heute als die Einstufung einer Gefahr oder einer Katastrophe betrachtet. Dies ist vor allem in den alpinen Gesellschaften der Fall, die mit Naturereignissen im Zusammenhang mit der Tektonik (Erdbeben) und dem Berg (Erdrutsche, Felsstürze, Lawinen, Überschwemmungen, etc.) konfrontiert sind.
Das Risiko erscheint daher als ein «notwendiges Übel», um der Menschheit die Eroberung ihrer Umwelt zu ermöglichen: die Gefahren müssen messbar werden und im Vergleich zu den Vorteilen, die die Besiedlung und Nutzung der Naturräume bietet, akzeptabel sein. Der Mensch veranlasst Schutz- und Vorsorgemassnahmen, um die Einzelinteressen zu gewährleisten und zu wahren.
Das Risiko ist also ein Begriff, der viel über uns selbst aussagt, über unsere Kultur und welche Vorstellungen wir von unserem Umgang mit der Erde haben. Ausgehend von dieser Feststellung haben das Geschichtsmuseum und das Naturmuseum zusammen, die kulturellen und natürlichen Dimensionen des Risikos erforscht.
Gestern und heute, aber auch in der Zukunft.
Ist der Begriff des Risikos ausreichend, um sich in die Zukunft zu versetzen? Oder wäre es an der Zeit, dass wir unsere Herangehensweise ändern, um nicht nur mit dem Risiko, sondern auch mit den globalen Umweltveränderungen umzugehen?
Ein paar Highlights der Ausstellung
- ausgewählte Objekte aus den kantonalen Sammlungen und aus Privatsammlungen, um die Sichtweise des Risikos in der Gesellschaft gestern und heute zu veranschaulichen.
- Eine originelle Inszenierung mit realitätsgetreuen Elementen, konzipiert von der Szenografin Raphaèle Gigy, die den Ausstellungsraum im Pénitencier neu strukturiert.
- Dank einer Multimedia-Installation kann der Besucher an der Direktüberwachung der Naturrisiken teilnehmen, die von Fachleuten in verschiedenen «Risikogebieten» im Wallis durchgeführt wird.
- Ein für Fachleute des Risikomanagements vorbehaltener Raum, in dem sich sechs Experten dem Besucher vorstellen.
- Von lokal zu global, vom Risiko zur Bedrohung: die Ausstellung endet mit der Frage «Welche Haltungen ergeben sich gegenüber den globalen Umweltveränderungen?» Sechs Verhaltensweisen werden vorgeschlagen. Welche Einstellung werden die Besucher für ihre Zukunft wählen?
- Ein Escape Room mitten in der Ausstellung ! Das A-Team. Ein Spiel, zwei Teams. Ziel: das Wallis von einer globalen Bedrohung retten.
- Ein «Selfie Automat» gibt den Besuchern Gelegenheit, ihren Besuch, ihre Wahl des Verhaltens gegenüber den Risiken festzuhalten und ihre Eindrücke nach dem Besuch der Ausstellung mitzuteilen.
- Mit einem iPad oder einem Smartphone, entdecken Kinder und Jugendliche die Ausstellung anhand von Videokapseln, die speziell für sie konzipiert wurden.
Der Escape Room im Detail: A-Team Risk. Ein Spiel, zwei Teams!
Das Ziel: sich vor einem unmittelbar bevorstehenden Risiko in Sicherheit bringen. Damit dies gelingt, muss Risiken vorgebeugt werden und das richtige Verhalten bei Naturkatastrophen angewandt werden. Nur die richtige Lösung ermöglicht es, den Raum zu verlassen. Durchlaufen Sie die Ausstellung, sammeln Sie Hinweise, gehen Sie analytisch vor, denken Sie scharf nach.
Virtuelle Ausstellung:RISK, überall und jederzeit L’exposition virtuelle.
Sie möchten Ihren Besuch planen oder verlängern, die Ausstellung ergänzende Objekte oder Archivdokumente entdecken, einen Vortrag, an dem Sie nicht teilnehmen konnten, hören?
Ein Gemeinschaftsprojekt zu den Naturrisiken in den Alpen
Die Ausstellung Risk ist Teil eines Projektes, welches von den Kulturinstitutionen des Kantons durchgeführt wird. Das Ziel? Unsere Einstellung und unser kollektives Verhalten gegenüber Risiken in Frage stellen. Das Staatsarchiv, die Mediathek Wallis und die Walliser Kantonsmuseen arbeiten zusammen, um die Standpunkte (philosophisch, literarisch, anthropologisch, historisch, politisch, berufsbezogen/pragmatisch etc.) und die verwendeten Medien (Ausstellungen, Vorträge, Filme usw.) zu variieren, und ein möglichst breites Publikum für Naturgefahren und deren Auswirkungen auf unser Weltbild sensibilisieren.
Risiken2018. Ein Thema in aller Munde
Das Projekt RISK der Dienststelle für Kultur ist Teil einer ganzen Reihe von kulturellen und wissenschaftlichen Veranstaltungen, die sich mit der Frage der Natur- und Umweltrisiken befassen. Auf dem Webportal «risiken2018.ch, Ein Thema in aller Munde» haben mehrere Partner ihre Programme und ihre Kommunikation aufeinander abgestimmt.
Partnerschaften wurden mit dem Verein “Dialogue des sciences Valais”, dem “World Nature Forum” (Naters) und dem Musée de Bagnes (Gedenkfeiern zur Flutkatastrophe des Giétro-Gletschers) geschlossen.

