Beim Wandern in den Bergen bewegt man sich – vielleicht ohne es zu ahnen – auf Gesteinen, die auf dem Grund eines längst verschwundenen Meers entstanden sind. In den Walliser Alpen gibt es in der Tat Spuren einer längst verschwundenen Welt – Zeugen einer geologischen Geschichte, welche die heutige Landschaft unseres Kantons geschaffen hat.
Um dieses Phänomen zu verstehen, taucht das Naturmuseum Wallis in die Tiefen ab, um Gesteine auf dem Meeresgrund zu erforschen, welche teilweisesehr seltene Metalle enthalten.
Meer und Gebirge – ein überraschendes Paradox
Geologen des Naturmuseums Wallis haben jüngst bei Arbeiten auf dem Gebiet der Gemeinde Bagnes seltene Gesteinsaggregate entdeckt, so genannte Manganknollen, die mit jenen vergleichbar sind, die man heute auf dem Meeresgrund in rund 5 000 Metern Tiefe vorfindet. Diese Gesteinsformationen sind vor rund 150 Millionen Jahren entstanden, in einem Meer, das es inzwischen längst nicht mehr gibt.
Bis 13. September 2026 kann man dank der Ausstellung «Gipfelmeer» die aussergewöhnliche Entstehung dieser Gesteine verfolgen. Anhand einer Reihe geologischer Proben illustriert die Ausstellung Phänomene wie die Plattentektonik, die Entstehung und die schrittweise Auffaltung der Alpen, die auch heute noch weitergeht.
Ausserdem erfährt man, warum die Walliser Alpen Überreste eines urzeitlichen Meers bergen und warum man die Gesteine von dessen Boden heute auf über 2000 Metern über Meer sehen kann.

