Barbezat-Villetard

A dissident room

Von 28. November 2015 bis 3. April 2016

Das Kunstmuseum präsentiert: a dissident room, eine Intervention von Barbezat-Villetard, Preisträger des Manor Kunstpreises Sitten 2015. Überlegungen zur Architektur und Raumwahrnehmung bilden die Ausgangslage für das monumentale Projekt im Turm des Schlosses Majoria, welcher von den Künstlern in Beschlag genommen wird.

Der Manor-Kulturpreis Sitten 2015 zeichnet das Künstlerduo Barbezat-Villetard aus

Der Kulturpreis der Warenhauskette Manor wird im Wallis zum vierten Mal verliehen. Es handelt sich im Bereich der zeitgenössischen Kunst um eine der wichtigsten Auszeichnungen in der Schweiz. Dieses Jahr wird das Künstlerduo  Barbezat-Villetard ausgezeichnet. Vom 28. November 2015 bis zum 3. April 2016 präsentiert das Kunstmuseum Wallis a dissident room, eine spektakuläre monumentale Intervention von etwa 310 Quadratmetern im Turm des Majoria-Schlosses, welche die architektonischen Grenzen des Gebäudes überschreitet. Vernissage und Preisverleihung finden am 27. November um 18 Uhr statt.

Das Künstlerduo Barbezat-Villetard, bestehend aus Camille Villetard (Paris, 1987) und Matthieu Barbezat (Nyon, 1981), hat diesen renommierten Förderpreis für eine reflektive Arbeit an Raum und ornamentaler Geometrie erhalten, sowie für das Engagement, das die beiden durch Ausstellungen in der Schweiz und im Ausland unter Beweis stellen. Seit den ersten gemeinsamen Arbeiten im Jahr 2010 verwenden die Kunstschaffenden in ihren Ausstellungen so verschiedenartige Materialien wie Stroh, Neonleuchten, Glas, Holz oder Plastik. Häufig nutzen sie architektonische Eigentümlichkeiten für ihre Arbeit und spielen mit Grenzen von Territorien, Disziplinen und Begrifflichkeiten.

Eine spektakuläre Spiegelinstallation

Ausgehend von der Idee, das Schloss Majoria – d. h. das halbe Walliser Kunstmuseum – in eine Installation einzubeziehen, hat sich das Duo Barbezat-Villetard für eine ebenso aufwendige wie radikale Geste entschieden: eine monumentale Intervention vor Ort. Auf Grundlage einer eingehenden Erkundung des Gebäudes haben die Künstler das Projekt a dissident room entwickelt. Eine spiegelnde Metallplatte, die eine Verlängerung der Gebäudefassade zu sein scheint, spaltet der dissident room – die Majoria – in ihrer ganzen Höhe in zwei Teile. Das Kunstmuseum wird so durch die Illusion einer riesigen Klinge, im Äusseren und im Inneren quasi zerschnitten, was zu einer Vielzahl von Spiegelungen führt. Dieser Spiegelungseffekt zersplittert Sichtfeld und Raumwahrnehmung und definiert dadurch die Perspektive auf diesen ehemaligen Bischofssitz von Sitten neu. Das Publikum ist eingeladen, die labyrinthischen Gänge zu erkunden und sich dabei zu reflektieren, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.

Ein Künstlerbuch als „Broschüre der Möglichkeiten“

Ein Ausstellungskatalog ist, neben dem Preisgeld und der Beherbergung einer Ausstellung im Kunstmuseum, Bestandteil des Manor Kulturpreises. Die Realisierung dieses Katalogs oder Künstlerbuchs wird vom Kunstmuseum Wallis begleitet. Barbezat-Villetard entschieden sich für eine Publikation, die sich irgendwo zwischen Skizzenbuch und Ausstellungskatalog ansiedelt. Ihre sogenannte „Broschüre der Möglichkeiten“ zeigt die Entwicklung des entstehenden Werkes. Der in Zusammenarbeit mit art & fiction publications realisierte Katalog enthält eine Reihe von vorbereitenden Zeichnungen, welche die Ideen zu a dissident room veranschaulichen. Dazu erhält die Leserin, der Leser, anhand von fünf Texten von ausgewählten Kunsthistorikern zusätzlichen Einblick in den Entstehungsprozess des Kunstwerkes. Der Katalog wurde von Coline Jeanneret-Gris, Théophile Glauser, und Sébastien Doutaz gestaltet.

Der Manor-Kulturpreis

Der Manor-Kulturpreis ist im Bereich der zeitgenössischen Kunst eine der wichtigsten Auszeichnungen in der Schweiz. Er wurde 1982 von der Manor-Warenhauskette zur Förderung talentierter, aber noch wenig bekannter Schweizer Nachwuchskünstler ins Leben gerufen. Der Preis wird durchschnittlich alle zwei Jahre in den zwölf beteiligten Kantonen vergeben. Im Wallis wurde der Preis 2007 an Martina Gmür, 2010 an Joëlle Allet und 2013 an das Kollektiv JocJonJosch vergeben.

Das Vermittlungsprogramm zur Ausstellung

Bei den kostenlosen Führungen am ersten Sonntag im Monat wird sich das Kunstmuseum hauptsächlich der Ausstellung a dissident room widmen:

Sonntag, 6. Dezember 2015: 11 Uhr: Führung auf Deutsch durch Laurence Laffargue, Kulturvermittlerin, 16 Uhr: Führung auf Französisch durch Victoria Mühlig, Kunsthistorikerin und Koordinatorin der Ausstellung

Freitag, 25. März 2016: 10 bis 12 Uhr: Jugendwerkstatt (8-12 Jahre), 14 bis 16 Uhr: Jugendwerkstatt (8-12 Jahre) auf Deutsch

Donnerstag, 11. Februar 2016 um 18h30 im Kunstmuseum Wallis: Die Direktorin des Kunstmuseums, Céline Eidenbenz und die Kunsthistorikerin Victoria Mühlig erklären ihre Standpunkte zur Ausstellung Barbezat-Villetard: a dissident room (F).

 

Samstag, 27. Februar 2016 um 17h30 im Kunstmuseum Wallis: Raclette-Wanderung in Begleitung von Barbezat-Villetard und ihren Gästen Jean-Paul Felley, Co-Direktor des Centre culturel suisse in Paris, Daniel Zamarbide, Architekt und Berater für die Ausstellung und dem Künstlerduo Lang/Baumann (F).

Führungen auf Französisch, Deutsch und Englisch können auf Anfrage organisiert werden.

Publikation

Empfang von Schulklassen

Praktische Informationen

Kunstmuseum Wallis
Place de la Majorie – 1950 Sitten
Di-So: 11.00 – 17.00 Uhr (von Juni bis September bis 18 Uhr)

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